Die Zeit im Raum

Wer kann noch im Zeitalter der digitalen Aufnahme- und Bildbearbeitungstechniken unbefangen fotografieren, ohne dass das Bild als manipulierte Weltsicht wahrgenommen wird? Unsere Welt wird nur noch visuell wahrgenommen. Wie will man die immer wiederkehrenden Themen  unter neuen Blickwinkeln zu fotografieren, um aus der mächtigen Flut der Bilder herauszuragen?

Schon zu Beginn der Reise in die westlichen Nationalparks der USA kannten wir scheinbar alle Flecken, die wir fotografieren wollten. Und doch war alles anders als wir mit Jeep und Schlafsack in die grandiose Landschaft rund um den Colorado River eintauchten, uns treiben ließen und die Einmaligkeit der Formen und Farben genossen. So sahen wir plötzlich einen Regenbogen kurz vor Sonnenuntergang im Death Valley, einem der trockensten Orte auf unserem Planeten und das Widerspiel von Himmel und Erde am Zabriskie Point zur blauen Stunde und die Brainrocks bei White Pocket mit ihrem weißen Überzügen, die an eine Marslandschaft erinnern und nicht zu vergessen die filigranen, äußerst zerbrechlichen Sandsteinformationen bei Coyote Buttes South, kurz nachdem der Vollmond hinter den Wolken hervorkommt. Der Blue Moon gab den rötlich-gelb schimmernden Sandsteinen etwas Magisches und wir verstanden mit einem Mal, weshalb die Indianer dieses Gebiet als heilig erklärten. Man spürte die Ruhe und den Frieden, begrenzt von der schier grenzenlosen Freiheit. Angehaltene Zeit, eingefroren in der Bewegung.

 

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