Naturlandschaften - einmal anders

Frei nach Arthur Schopenhauer: „Die Aufgabe ist nicht, zu sehen, was noch niemand gesehen hat, sondern zu denken, was noch niemand gedacht hat über das, was alle sehen.“

Unter dieser Prämisse bietet der Darß eine wunderbare Gelegenheit. Das Licht des Darß hat schon viele Maler und auch Fotografen inspiriert. Besonders in den ersten drei Kalendermonaten, wenn die Sonne noch sehr tief steht, zeigt sich der wunderbare Charakter des Darßwaldes oder den Niederungen der Sundischen Wiese. Die Sonne lässt den Wald geradezu erblühen, ihn märchenhaft und verwunschen erscheinen. Wenn dann noch nach einer kalten Winternacht die Sonne genügend Kraft hat, den Raureif zum Schmelzen zu bringen, entstehen die Nebel, die die Landschaft in einem neuen Bild zeigen. Gerade solche Bilder erzählen dann eine Geschichte, wecken die Phantasie und geben Raum für eigene Gedanken. Dies ist sinnstiftend, gerade in einer Zeit, in der Bilder mit einer Aufmerksamkeitsspanne von unter einer Sekunde betrachtet werden. Solche Aufnahmen setzen einen Stopppunkt, denn das Gesehen hat etwas, was aus dem Alltag herausragt.

Und genau dies will ich mit meinen Bildern umsetzen – Orte finden, an denen das Licht in Kombination mit dem Wald, einen magischen Augenblick setzt. Dabei entstehen alle Bilder direkt in der Kamera, sei es durch Verwischungen, sei es durch Doppelbelichtungen oder durch den Einsatz von Filtern. Im anschließenden digitalen Entwicklungsprozess werden ausschließlich die Prozessschritte unternommen, die ich früher auch in der Dunkelkammer in der analogen Fotografie gemacht habe – also Kontrast verstärken, Höhen und Tiefen betonen und ggf. an den Regler für die Farbsättigung drehen. Auf diese Weise entstehen Bilder, die dem eingangs beschriebenen Statement entsprechen und meine Fotografie etwas mehr in die Nähe der Malerei rücken lässt.